Supervision 2005
Eine Super Vision in Berlin
Eine Schlussbetrachtung über die Supervisionstage in Berlin von Marion Hennemann
Die bis jetzt ausgearbeitete Form des Grundprogramms zu Shiatsu hätte auf keinen fruchtbareren Boden fallen können. Die Supervisionstage in Berlin waren eine Plattform professioneller Themen aus den verschiedensten Anwendungsfeldern, die professionelle Shiatsu-Frauen und –Männer bewegten und diskutierten.
Es gab die altbewährten Veranstaltungen wie die Treffen der GSD-Schulen und der Regionalgruppen schon am Mittwoch und die Mitgliederversammlung am Freitag. Da herum rankten sich Intervision und Supervision.
Intervision war für viele TeilnehmerInnen ein ganz und gar neues Medium zum fachlichen Austausch. Ohne LeiterIn und mit einer festen Struktur, an die sich jedeR in der Runde halten musste (siehe auch Artikel im Journal Nr. 40), wurden Themen erörtert, die von Fragen zur eigenen Technik über Unsicherheiten im Umgang mit den KlientInnen bis zu grundsätzlichen Angelegenheiten zur Berufsausübung reichten. Während diejenige, die den Leitgedanken einbrachte, sich zurücklehnte und „rauschen“ ließ, wurde über das Gesagte beraten und diskutiert. Der eigene Anteil, den fast jeder Gesprächsstoff in einem selbst ausgelöst hatte, gab nicht nur der einen Person etwas für ihre Shiatsu-Praxis, sondern alle konnten neue Anregungen mit nach Hause nehmen.
Supervision erschien der einen oder dem anderen auch in einem neuen Licht. Die Möglichkeit, sich von Shiatsufachleuten in der eigenen Professionalität in dieser Weise unterstützen zu lassen, wird noch viel zu wenig angeboten bzw. genutzt. Vorzumachen, „wo der Knoten sitzt“ oder „durch den üppigen Garten der eigenen Gaben“ zu schreiten, bereicherten die künftige Arbeit und das Leben der PraktikerInnen, aber auch das der ZuhörerInnen.
Vision versprach das, was auf der Mitgliederversammlung vorgestellt wurde. Das Grundprogramm mit seinem Wesenskern des Shiatsu und den verschiedenen Anwendungsfeldern konnte in Form eines Mandalas betrachtet werden. Es fand großes Einverständnis bei den Mitgliedern. Als Symbol für das Kreismodell bekam jedeR TeilnhemerIn einen Holzkreisel. Der grundsätzlichen Richtung der GSD, die sich mehr auf eine Qualitätssicherung und gesellschaftliche Anerkennung von Shiatsu bewegt denn auf eine quantitative Gesetzesbestimmung in unbestimmter Zeit, konnten die Mitglieder auf ihrer Versammlung einmütig zustimmen.
Die Atmosphäre war dicht und doch entspannt. Die Stimmung war konzentriert und doch locker. An diesen beiden Tagen haben sich drei Regionalgruppen neu gefunden. Und viele haben sich vorgenommen, Intervisionsgruppen zu bilden oder die Idee in ihre Regionalgruppen einzubringen. Die TeilnehmerInnen auf den Supervisionstagen fühlten sich als professionelle Shiatsu PraktikerInnen ernst und angenommen. Und sie haben ein Forum gefunden, sich in ihrer Professionalität auszutauschen. Denn: Wir sprechen doch alle Shiatsu!
